Eine Baufinanzierung zu beantragen ist einer der größten finanziellen Schritte im Leben. Die Menge an Unterlagen, die dabei zusammengestellt werden müssen, wirkt auf viele Menschen auf den ersten Blick überwältigend: Gehaltsnachweise, Steuerbescheide, Selbstauskunft, Eigenkapitalnachweise – und natürlich die Kontoauszüge für die Baufinanzierung. Gerade bei der Frage „Wie viele Monate Kontoauszüge werden eigentlich verlangt?” herrscht oft Unsicherheit. Diese Frage ist berechtigt, denn die Anforderungen können je nach Kreditgeber, Darlehenssumme und persönlicher Situation variieren. In diesem Artikel erfahren Sie, was Kreditgeber wirklich von Ihren Kontoauszügen erwarten, wie Sie sich optimal vorbereiten und welche häufigen Fehler Sie unbedingt vermeiden sollten.

Wie viele Monate Kontoauszüge werden verlangt?
Die kurze Antwort: In Deutschland verlangen die meisten Kreditgeber die Kontoauszüge der letzten drei Monate. Das ist der gängige Standard bei klassischen Immobilienkrediten. In bestimmten Situationen – etwa bei Selbstständigen, bei sehr hohen Darlehenssummen oder bei unregelmäßigem Einkommen – können jedoch auch sechs oder sogar zwölf Monate angefordert werden.
Es lohnt sich, frühzeitig zu klären, welche Anforderungen Ihr Kreditgeber stellt, damit Sie nicht im letzten Moment in Zeitdruck geraten.
| Art des Kreditnehmers | Typisch verlangte Monate | Möglicher Sonderfall |
|---|---|---|
| Angestellter (unbefristet) | 3 Monate | Bis zu 6 Monate |
| Beamter | 3 Monate | Selten mehr |
| Selbstständiger / Freiberufler | 6 Monate | Bis zu 12 Monate |
| Angestellter (befristet) | 3–6 Monate | Bis zu 12 Monate |
| Person mit Mieteinnahmen | 3–6 Monate | Je nach Komplexität |
Wichtig: Die Kontoauszüge müssen in der Regel vollständig sein – das bedeutet lückenlos, ohne geschwärzte Bereiche und im Originalformat (PDF der Bank oder gedruckte, gestempelte Version). Eigenständig erstellte Tabellen oder Screenshots werden nicht akzeptiert.
Was gilt als Kontoauszug?
Ein Kontoauszug ist ein offizielles Dokument Ihres Kreditinstituts, das alle Kontobewegungen eines bestimmten Zeitraums auflistet. Gültig sind:
- Heruntergeladene PDF-Kontoauszüge aus dem Online-Banking
- Ausgedruckte und von der Bank bestätigte Kontoauszüge
- Kontoauszüge vom Kontoauszugsdrucker der Filiale
Nicht akzeptiert werden in der Regel: Screenshots aus einer Banking-App, selbst erstellte Übersichten oder Tabellen, gefilterte Ansichten aus dem Online-Banking.
Worauf achtet die Bank bei Ihren Kontoauszügen?
Wenn ein Kreditgeber Ihre Kontoauszüge prüft, geht es nicht nur darum, ob Sie genug Geld auf dem Konto haben. Der Blick ist umfassender – und deutlich detaillierter, als viele erwarten. Verstehen Sie die Perspektive des Kreditgebers: Er möchte sicherstellen, dass Sie in der Lage sind, die monatliche Rate auch langfristig zuverlässig zu bedienen.
Folgende Aspekte werden besonders genau unter die Lupe genommen:
1. Regelmäßige Geldeingänge
Die Bank prüft, ob Ihr Gehalt oder Ihre Einkünfte in den aufgeführten Monaten regelmäßig und in konsistenter Höhe eingegangen sind. Schwankende Beträge oder fehlende Monate können Fragen aufwerfen, die Sie im Vorfeld klären sollten.
2. Ausgaben und Lebenshaltungskosten
Hohe monatliche Ausgaben – zum Beispiel für Abonnements, Konsumkredite, Unterhaltszahlungen oder Ratenzahlungen – reduzieren Ihre rechnerische Bonität. Der Kreditgeber berechnet auf Basis dieser Daten, ob nach Abzug aller fixen Kosten noch genug Spielraum für die Kreditrate bleibt.
3. Kontoüberziehungen und Disponutzung
Regelmäßige oder dauerhafte Überziehungen des Girokontos werden von Kreditgebern als Warnsignal gewertet. Sie deuten auf ein Ungleichgewicht zwischen Einkommen und Ausgaben hin. Einmalige, kurzzeitige Überziehungen sind hingegen in der Regel unproblematisch.
4. Rücklagen und Eigenkapital
Über die Kontoauszüge kann der Kreditgeber auch prüfen, ob vorhandenes Eigenkapital tatsächlich angespart wurde oder kurzfristig transferiert worden ist. Plötzliche hohe Eingänge kurz vor dem Antrag können zur Rückfrage führen.
5. Ungewöhnliche Transaktionen
Unregelmäßige oder unklare Buchungen – etwa hohe Barabhebungen, häufige Überweisungen an Dritte oder unbekannte Daueraufträge – können zu Nachfragen führen. Hier gilt: Transparenz schafft Vertrauen.
| Was die Bank prüft | Positives Signal | Negatives Signal |
|---|---|---|
| Gehaltseingang | Regelmäßig, stabile Höhe | Fehlend, schwankend |
| Dispo-Nutzung | Kein oder seltener Dispo | Häufig überzogen |
| Sparverhalten | Regelmäßige Sparraten | Keine Rücklagen erkennbar |
| Ausgaben | Überschaubar, stabil | Sehr hoch, unstrukturiert |
| Sondertransaktionen | Erklärbar, selten | Häufig, unklar |
So bereiten Sie Ihre Kontoauszüge optimal vor
Eine gute Vorbereitung kann den Unterschied zwischen einer zügigen Kreditbewilligung und langwierigen Nachfragen ausmachen. Mit diesen praktischen Tipps gehen Sie gut vorbereitet in den Antragsprozess:
Beginnen Sie frühzeitig. Idealerweise beginnen Sie drei bis sechs Monate vor der geplanten Antragstellung damit, Ihre Finanzen bewusst zu strukturieren. Vermeiden Sie unnötige Ausgaben und bauen Sie Ihren Dispo ab.
Stellen Sie vollständige Unterlagen zusammen. Laden Sie alle Kontoauszüge der relevanten Monate aus Ihrem Online-Banking herunter. Achten Sie darauf, dass kein Monat fehlt und keine Seite unvollständig ist.
Bereiten Sie Erklärungen vor. Wenn Sie wissen, dass bestimmte Buchungen erklärungsbedürftig sind (z. B. eine große Barabhebung oder eine ungewöhnliche Überweisung), bereiten Sie eine kurze schriftliche Erläuterung vor. Das zeigt Professionalität und vermeidet unnötige Verzögerungen.
Sorgen Sie für ein strukturiertes Format. Kreditgeber erhalten täglich Mengen an Unterlagen. Je übersichtlicher und lesbarer Ihre Kontoauszüge aufbereitet sind, desto reibungsloser läuft die Prüfung. Eine klare Tabelle, die Einnahmen und Ausgaben zusammenfasst, kann ergänzend sehr hilfreich sein.
Prüfen Sie Ihre Kontobewegungen selbst. Gehen Sie Ihre Kontoauszüge durch die Augen eines Kreditprüfers durch. Fallen Ihnen Punkte auf, die erklärungsbedürftig wirken? Dann ist es besser, diese proaktiv anzusprechen.
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Häufige Fehler beim Einreichen von Kontoauszügen
Auch wenn die Anforderungen klar klingen, passieren in der Praxis immer wieder dieselben Fehler – und die können den Kreditprozess erheblich verzögern oder im schlimmsten Fall zur Ablehnung führen.
Fehler 1: Unvollständige Kontoauszüge
Wenn Seiten fehlen oder Monate nicht lückenlos abgedeckt sind, wird der Kreditgeber Nachlieferungen anfordern. Das kostet Zeit und kann den Eindruck mangelnder Sorgfalt erwecken.
Fehler 2: Geschwärzte oder bearbeitete Auszüge
Viele Menschen möchten bestimmte Informationen aus Datenschutzgründen unkenntlich machen. Kreditgeber akzeptieren das in der Regel nicht – oder nur in sehr eng definierten Ausnahmefällen. Im Zweifel besser nachfragen.
Fehler 3: Kontoüberziehungen kurz vor dem Antrag
Überziehen Sie Ihr Konto in den Monaten, die für den Antrag relevant sind, möglichst nicht. Kreditgeber werten dies als Zeichen finanziellen Drucks.
Fehler 4: Hohe, unerklärliche Eingänge
Wenn kurz vor der Antragstellung plötzlich hohe Beträge auf Ihrem Konto eingehen – etwa durch Familiendarlehen oder Schenkungen – kann das Fragen aufwerfen. Solche Transaktionen sollten unbedingt erklärt und dokumentiert werden.
Fehler 5: Falsche oder veraltete Dokumente
Reichen Sie immer aktuelle Kontoauszüge ein. Veraltete Dokumente werden nicht berücksichtigt und müssen ohnehin neu beschafft werden.
Fehler 6: Kontoauszüge in falscher Form
Screenshots aus der Banking-App oder selbst erstellte Übersichten werden nicht als offizielle Kontoauszüge anerkannt. Verwenden Sie immer die offiziellen PDF-Exporte Ihrer Bank.
Checkliste: Dokumente für die Baufinanzierung
Neben den Kontoauszügen sind für einen vollständigen Kreditantrag noch weitere Unterlagen erforderlich. Die folgende Übersicht gibt Ihnen einen kompakten Überblick:
| Dokument | Angestellte | Selbstständige | Beamte |
|---|---|---|---|
| Kontoauszüge (3–6 Monate) | Ja | Ja (6–12 Monate) | Ja |
| Gehaltsabrechnungen (3 Monate) | Ja | Nein | Ja |
| Einkommensteuerbescheide (2 Jahre) | Optional | Ja | Ja |
| BWA / Jahresabschlüsse | Nein | Ja | Nein |
| Arbeitsvertrag / Anstellungsnachweis | Ja | Nein | Ja |
| Selbstauskunft | Ja | Ja | Ja |
| Schufa-Auskunft | Ja | Ja | Ja |
| Objektunterlagen (Exposé, Grundbuch) | Ja | Ja | Ja |
| Eigenkapitalnachweis | Ja | Ja | Ja |
| Krankenversicherungsnachweis | Nein | Ja | Nein |
Hinweis: Diese Liste ist als Orientierung gedacht. Je nach Kreditgeber und individueller Situation können zusätzliche Unterlagen angefordert werden. Klären Sie die genauen Anforderungen frühzeitig mit Ihrem Finanzierungsberater oder dem Kreditgeber.
Konkret sollten Sie für die Baufinanzierung mindestens folgende Punkte auf Ihrer Checkliste abhaken:
- Kontoauszüge der letzten 3 Monate (Hauptkonto, Gehaltskonto)
- Kontoauszüge weiterer Konten, auf denen Eigenkapital liegt
- Vollständige Seiten, keine fehlenden Monate
- Offizielle PDFs oder Ausdrucke (keine Screenshots)
- Dokumente geordnet und gut lesbar
- Begleitende Erläuterungen für ungewöhnliche Buchungen bereit
Fazit
Die Frage „Wie viele Monate Kontoauszüge werden für die Baufinanzierung benötigt?” lässt sich in den meisten Fällen klar beantworten: drei Monate sind der Standard. Bei Selbstständigen oder komplexeren Einkommenssituationen können es auch sechs bis zwölf Monate sein.
Entscheidend ist nicht nur die Anzahl der Monate, sondern die Qualität der eingereichten Unterlagen. Vollständige, aktuelle und gut strukturierte Kontoauszüge erleichtern die Prüfung erheblich und können dazu beitragen, den Kreditprozess zu beschleunigen. Wer seine Finanzen frühzeitig im Blick hat und keine unnötigen Überziehungen oder ungeklärten Buchungen aufweist, ist klar im Vorteil.
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